Eine Psychologin und eine Sozialberaterin leisten aufsuchende psychosoziale Beratung und Begleitung in Greifswald, Stralsund, Bergen auf Rügen, Anklam, Malchin, Jürgenstorf, Pasewalk, Demmin und Miltzow. An festgelegten Tagen gibt es Sprechzeiten im Greifswalder Büro und in den Gemeinschaftsunterkünften. Dezentral untergebrachte Flüchtlinge und Asylbewerber, die nicht zu uns ins Büro kommen können, besuchen wir zu Hause.

Unsere Arbeit ist sehr vielfältig. Es gehören dazu:

  • Psychosoziale Beratung und therapiebegleitende Sozialarbeit, Informationen und realitätsbezogene kultursensible Interventionen zur Stabilisierung und Traumaverarbeitung
  • Verfassen von Stellungnahmen zu Fragen, die Asylverfahren, den Aufenthaltsstatus und das Einkommen betreffen
  • Verfahrensberatung und soziale Beratung
  • Psychologische Betreuung  (das heißt: Beratung und Begleitung, Diagnostik und Intervention), psychoedukative und präventive Arbeit bei psychosomatischen Beschwerdebildern, Angst- und Schlafstörungen, Traumatisierungen
  • Hilfe bei der Antragstellung und dem Formulieren von Briefen, Begleitung zu Ärzten, Anwälten oder Behörden
  • Informationen über Krankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten, Kinderbetreuung, mögliche Ausbildungs- und Berufswege, Religionen, das politische System in Deutschland, Freizeitangebote
  • Moderation von Selbsthilfegruppen wie dem Internationalen Frauencafé in Greifswald und der Jugendgruppe “Jugendliche ohne Grenzen”
  • Mitarbeit in der Härtefallkommission des Landes Mecklenburg-Vorpommern und im Integrationsbeirat
  • Netzwerkarbeit in sämtlichen Landkreisen der Region und in Greifswald

 

 

Foto

 


Einen wichtigen Schwerpunkt der psychosozialen Beratung und Begleitung bildet die kontinuierliche Bertreuung von traumatisierten Personen  und von Flüchtlingen, welche die jahrelange Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften nicht mehr kompensieren können. Dabei stehen die Initiierung und Stärkung von Selbsthilfepotentialen im Vordergrund. Die Unsicherheit durch einen jahrelang ungeklärten Aufenthaltsstatus und die Wohn- und Lebenssituation mit einer Duldung bringen viele Menschen an die Grenzen ihrer emotionalen Belastbarkeit. Zusätzlich zu den Erlebnissen vor und während der Flucht entwickeln sich aufgrund der sozialrechtlichen Situation und dem Fehlen jeglicher Integrationsangebote für Duldungsinhaber in den Gemeinschaftsunterkünften viele Probleme. Dazu gehören Verständigungsschwierigkeiten zwischen Eltern und Kindern, die sich aus der wachsenden Kluft zwischen den vorhandenen Deutschkenntnissen und durch kulturelles Auseinanderdriften ergeben, Streit zwischen den Ehepartnern aufgrund der psychischen Anspannung, Zerbrechen eines gesunden Selbstbildes, eine massiv erlebte und gefühlte Isolation und Ablehnung und die Angst vor der Abschiebung.

Stabilisierende Beratungen und Gespräche wie auch Kriseninterventionen helfen den Betroffenen herauszufinden, wie sie mit der Situation umgehen können, lassen sieSelbsthilfepotentiale entdecken und schaffen psychische Entlastung.

Flüchtlinge und Flüchtlingskinder erfahren bei ihren Integrationsbemühungen häufig die Ablehnung, Ausgrenzung oder Diskriminierung der Mehrheitsbevölkerung. Es ist darum nötig, auch die aufnehmende Gesellschaft entsprechend zu sensibilisieren und über die Situation von Flüchtlingen aufzuklären. Die Mitarbeiterinnen des PSZ  bieten deshalb Projekttage und Informationsveranstaltungen zu den Themen Migration, Flucht und Asyl an. Diese wurden bereits mit Schulklassen, Jugendgruppen, FSJ-Seminargruppen oder auch Studenten der Universität Greifswald durchgeführt. In die inhaltliche Gestaltung dieser Projekttage werden Flüchtlinge einbezogen. Zusätzlich organisieren wir in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen regelmäßig öffentliche Veranstaltungen wie Ausstellungen und Lesungen und produzieren Medien.

 

Kontakt für die Flüchtlingsarbeit:

Anja Matz und Elena Stoll, Telefon 03834 – 799275 oder  7770889